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Grundwissen Geschichte Klasse 10

 

Unterrichtseinheit Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

 

Inhalt:

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

 

30.1.1933 Ernennung Hitlers zum Reichskanzler
März 1933 Ermächtigungsgesetz: Die Regierung kann fortan auch Gesetze geben.
1935 Nürnberger Gesetze: Entrechtung der Juden
1938 „Anschluss“ Österreichs an das Reich; Münchener Abkommen; „Reichskristallnacht“
1.9.1939 Beginn des Zweiten Weltkriegs: deutscher Angriff auf Polen.
1941 Deutscher Angriff auf die Sowjetunion. Kriegseintritt der USA
ab 1942 Systematische Vernichtung der europäischen Juden
20.7.1944 Attentat auf Hitler

 
Antisemitismus
Feindschaft gegen die Juden, besonders aus sogenannten rassischen Gründen.
Die 1879 geprägte Bezeichnung ist irreführend, da die Antisemiten nicht die Angehörigen der semitischen Sprachfamilie (Bewohner NO-Afrikas u. Vorderasiens) bekämpfen, sondern allein die Anhänger der jüdischen Religion und deren Nachkommen. Diese so konstruierte „jüdische Rasse“ wird als minderwertig bezeichnet. In Deutschland fand der Antisemitismus im Nationalsozialismus seine konsequenteste Ausprägung. Unter Hitlers Einfluss steuerte die NSDAP einen harten antisemitischen Kurs. Nach der Machtergreifung 1933 nahm sie die Verwirklichung ihres judenfeindlichen Programms sofort in Angriff. Die Judenverfolgung durch Boykott und Sondergesetze (s.a. Nürnberger Gesetze) erreichte ihren Höhepunkt mit der systematischen Massenvernichtung aller Juden Europas, deren die Nationalsozialisten habhaft werden konnten.

"Drittes Reich
Von den Nationalsozialisten selbst gewählte Bezeichnung für ihre Herrschaft.
Das 1. Reich: Heiliges Römisches Reich deutscher Nation, 962 -1806.
2. Reich: Deutsches Kaiserreich, 1871 - 1918.

Gleichschaltung
Aufhebung des Pluralismus durch die Nationalsozialisten: Alle Bereiche des öffentlichen Lebens werden dem NS-System unterstellt: Aufhebung der Länder, Einheitspartei,
Deutsche Arbeitsfront. Vereine, Verbände, Presse, Rundfunk usw. werden nach dem Führerprinzip umgestaltet und parteipolitisch ausgerichtet.

Konzentrationslager
Internierungslager, in denen ohne rechtliche Grundlage politische Gegner oder unliebsame Bevölkerungsgruppen (z.B. aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen) gefangengesetzt werden. – Das nationalsozialistische Regime in Deutschland begann bereits 1933 mit der Errichtung der KZ. Das 1. KZ entstand bei Dachau. 1944 bestanden
20 KZs, u.a. Sachsenhausen, Buchenwald, Auschwitz, Bergen-Belsen. Seit 1938 dienten die KZs auch der Rekrutierung von Zwangsarbeitskräften und deren „Vernichtung durch Arbeit“. Ab 1941 wurden zur sog. Endlösung der Judenfrage Vernichtungslager eingeführt. Das Zentrum war Auschwitz; bis 1945 sind mind. 5–6 Mio. jüdische u. 500.000 nichtjüdische Häftlinge umgekommen. – Nach dem 2. Weltkrieg wurden KZs im Gebiet der SBZ von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland bis 1950 weiter verwendet zur Internierung von „aktiven Faschisten“, „Kriegsverbrechern“ und anderen missliebigen Deutschen, meist ohne Gerichtsverfahren (Sachsenhausen, Buchenwald, Bautzen). Die Zahl der Opfer dieser KZs beträgt etwa 100 000.
 
"Machtergreifung
Nachdem Hitler am 30.1.1933 von Hindenburg formal legal zum Reichskanzler einer Koalitionsregierung ernannt wurde, begannen die Nationalsozialisten systematisch, den Rechtsstaat (z.B. Herausschneiden der Grundrechte aus der Verfassung usw.) und das staatliche und öffentliche Leben gleichzuschalten.

Nationalsozialismus
Die maßgeblich von Adolf Hitler begründete und organisierte politische Bewegung, die 1933–1945 die Politik in Deutschland bestimmte. Voraussetzungen für das Aufkommen des Nationalsozialismus waren die im 1. Weltkrieg, durch die Niederlage von 1918 und durch die Versailler Friedensbestimmungen verschärften Spannungen und Klassengegensätze im deutschen Volk (Gegnerschaft gegen Republik und Demokratie), die durch die Inflation hervorgerufene Verarmung und Verunsicherung des Mittelstands sowie die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise von 1929.
Parteipolitische Entwicklung: In Deutschland knüpfte die Entwicklung des NS an die belanglose Splitterpartei an, die 1919 in München als „Deutsche Arbeiterpartei“ gegründet und 1920 in „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ (NSDAP) umbenannt wurde. Sie erhielt erst durch Hitler Auftrieb, der 1921 sich mir der Parteiführung und mit der Einführung des „Führerprinzips“ diktatorische Vollmachten verschaffte. Eine seiner ersten Maßnahmen war die Gründung der SA (Sturmabteilung) als Saalschutz und Propagandatruppe.
Nach dem gescheiterten „Hitler-Putsch“ vom November 1923 geriet die Bewegung zunächst in eine Krise, die aber mit der Neugründung der Partei durch Hitler nach seiner Rückkehr aus der Festungshaft in Landsberg überwunden wurde. Mit der Aufstellung der SS (Schutzstaffeln) seit 1925, der Bildung der Hitler-Jugend 1926 usw. wurde die Parteiorganisation in den nächsten Jahren immer weiter ausgebaut. Für Presse und Propaganda war ab 1929 Goebbels als Reichspropagandaleiter zuständig. Trotzdem errang die Partei bei keiner Wahl eine absolute Mehrheit. Erst seit der Weltwirtschaftskrise 1929 und der zunehmenden Arbeitslosigkeit begannen ihr die Massen zuzuströmen. Bei der Reichspräsidentenwahl 1932 erhielt Hitler 30% der abgegebenen Stimmen.
Der NS lebte vor allem aus emotionalen Kräften, nicht aus einem klar durchdachten Programm oder System. Dies belegt auch sein dauernder Appell an Instinkt und Gefühl
(„Blut und Boden“) und seine betonte Verachtung alles Intellektuellen. Werte des NS waren „Volk“ und „arische Rasse“. Alles „Nichtarische“, besonders Jüdische, wurde brutal durch Massenmord „ausgemerzt“; „rassisch Minderwertige“ wurden durch Unfruchtbarmachung ausgeschaltet und planmäßig ermordet. Zur Herrschaftssicherung trugen die SS und die von ihr beherrschten Organe (Sicherheitsdienst [SD] und Gestapo) bei, vor deren Zugriff und Spitzelsystem niemand sicher war.

Rassismus
Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte Vorstellung, dass sich Menschen nicht nur nach biologischen, sondern auch nach kulturellen und psychischen Merkmalen unterscheiden. Der NS z.B. sprach von der „wertvollen nordischen Rasse“ und bezeichnete z.B. Juden und Slawen als „minderwertige“ Rassen.

Totalitärer Staat
Eine Person (Diktator) oder eine Machtgruppe (Partei) kontrolliert alle öffentlichen und privaten Bereiche.


     
 

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