Grundwissen für Schüler

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Grundwissen Erdkunde Klasse 7

 

Unterrichtseinheit Tropen und Tropischer Regenwald

 

Inhalt:

Das sollte ein Siebtklässler über diese UE wissen.

  • Überblick über die Regenwälder
  • Das Ökosystem Wald
  • Die Regenwaldzerstörung

 

Überblick

Regenwälder im Verlauf der Erdgeschichte

  • Über viele Jahrmillionen hinweg drifteten, die einst zusammenhängenden Erdplatten auseinander.

  • Vor 60 Millionen Jahren legte sich dann eine Art Ruhe über die Erde. Die Kontinente hatten annähernd ihre heutige Position erreicht.

  • Zu jener Zeit schwebte 2-3 mal soviel Koheldioxid in der Erdatmosphäre als heute. Das sorgte für hohe globale Erwärmung (Auf der ganzen Erde ist es wärmer). Bei wärmeren Temperaturen verdunstet mehr Wasser, daher regnete es wiederum viel mehr als heute.
    -> In diesem Klima entstanden auf beiden Seiten des Äquators die ersten Regenwälder (so wie man sie heute kennt).

  • In Eiszeiten schrumpften die Regenwälder drastisch und im Gegenzug dehnten sie sich in Warmzeiten extrem aus. Wichtig war und ist, dass zumindest die Kernbereiche der Regenwälder alle großen Klimaschwankungen und das An- und Absteigen der Meeresspiegel unbeschadet überstanden.

  • Heute existieren womöglich 90 Prozent der weltweiten Flora und Fauna nur im tropischen Regenwald. Wie ein nur durch die Weltmeere unterbrochenes grünes Band umspannt er bis heute die Erdkugel.

 
Geographische Lage

Geographisch liegen die Tropen zwischen dem nördlichen (ca. 23,5°n.Br.) und dem südlichen Wendekreis (ca. 23,5°s.Br.). Die Tropen bedecken ca. 37 Prozent der gesamten Landfläche der Erde, beherbergen aber gut 50 Prozent aller weltweiten Wälder. Von diesen sind aber gerade in den vergangenen Jahrzehnten viele für immer vernichtet worden.

Es gibt  drei große Regenwaldgebieten: Südamerika, Asien und Afrika
Außerdem gibt es auch wenn teilweise nur noch kleine Regenwaldflächen:
An der Westküste Indiens und auf Sri Lanka, in Mittelamerika, im Norden von Australien, auf Madagaskar und auf der Inselwelt des Pazifik.

 
Das Ökosystem Wald

Stockwerke

Charakteristisch sind das enorme Höhenwachstum der Bäume und die Gliederung der Vegetation in mehrere Stockwerke.

  • Bodenschicht: besteht aus Wurzelwerk der Pflanzen sowie aus einer meist sehr dünnen Humusdecke sowie den darin siedelnden Kleinlebewesen, Bakterien, Algen und Pilzen.

  • Krautschicht: z.B. Moose, Farnpflanzen und andere Bodendecker mit geringem Lichtbedarf (bis zur Höhe von ca. 5 m, zu der auch junge Bäume gehören)

  • die Schicht der niedrigen Bäume

  • Kronenschicht: mit ihrem Hauptkronendach in ca. 40 m Höhe

  • Überständer (nicht auf dem Bild): Als „Baumriesen“ bekannten. Ragen vereinzelt bis in ca. 60 m Höhe über das Hauptkronendach hinaus.

 
Klimatische Voraussetzungen für die 50 bis 100 Millionen alten Regenwälder

  1. Ganzjährig hohe Niederschläge. Die jährliche Niederschlagsmenge in den Regenwäldern beträgt mindestens 1500 Millimeter und kann bis zu 10000 Millimeter ansteigen. Daraus resultiert eine relative Luftfeuchtigkeit von wenigstens 70 und bis zu 100 Prozent.

  2. Temperaturen, die wenig schwanken. Im Jahresmittel liegen sie gleich bleibend zwischen 23 und 27 Grad Celsius.

 
Der Regenwald als Klimaregler

Der Regenwald macht nicht nur seinen eigenen Regen, sein Verdunstungszyklus schafft auch die Regenwolken für weit entfernte Gebiete. So hat die Zerstörung der Wälder Westafrikas einen starken Rückgang der Regenfälle weiter im Norden verursacht. Dies ist einer der Gründe dafür, dass sich die Sahara jedes Jahr 20 km weiter nach Süden vorschiebt. Als „Steuermann“ der globalen Windkreisläufe wirkt der Regenwald sogar direkt auf unser Wetter in Europa ein.

 
Der Nährstoffkreislauf

Fast alle Nährstoffe befinden sich in der Biomasse, also der Summe aller lebenden und toten Organismen. Auf einem Hektar Regenwald finden sich bis zu 800 Tonnen Biomasse. (Vergleich: mitteleuropäischer Mischwald kommt auf 150 Tonnen). Fallen Blätter von den Ästen, stürzen ganze Bäume um oder sterben Tiere, werden diese von Pilzen, Ameisen oder auch die anderen Klein- und Kleinstlebewesen unverzüglich „recycelt“ und wieder in den Nährstoffkreislauf des Waldes eingebracht, der damit ein fast in sich geschlossenes System bildet. Die Hauptarbeit beim Umwandeln des abgestorbenen Materials in Nährstoffe verrichten spezielle Pilzarten, die so genannten „mycorrhiza“, die in den Wurzeln der Pflanzen leben und entscheidend für den Stoffwechsel der gesamten Flora sind.

Die Artenvielfalt

Unter anderem durch die weitläufige Verteilung der einzelnen Baumarten entstand im immergrünen Regenwald ein auf der Erde einzigartiges Phänomen, das der größten Artenvielfalt. Nach Schätzungen befinden sich in immergrünen Regenwäldern 40-60 % aller auf der Erde lebenden Arten.

Nutzen der Regenwälder

  • Speichern und reinigen Wasser

  • Verhindern Erosion und schützen an Berghängen Talbewohner vor Steinschlag und Hochwasser

  • Stabilisieren die Regenwälder als riesiger Kohlenstoffspeicher das Klima

  • Erhöhen die Luftfeuchtigkeit

  • Bremsen den Wind

  • Produzieren Sauerstoff

  • Liefern kostbare nachwachsende Rohstoffe (z.B. Holz, Heilpflanzen, Früchte,...)

  • Der ständige Aufbau organischer Materie durch das Wachstum der Pflanzen, begünstigt durch Sonne, Regen und konstante Temperaturen, bindet Kohlendioxid und vermindert dadurch den Treibhauseffekt.

 
Die Regenwaldzerstörung

Der Feind des Regendwaldes - der Mensch

Noch nie ist so viel Regenwald in so kurzer Zeit von der Erdeoberfläche verschwunden wie in den vergangenen Jahrzehnten. Jedes Jahr werden es ca. 200000 km² weniger! Von 1960 bis 1990 ging ein Fünftel der gesamten tropischen Regenwaldfläche verloren, das entspricht mit 450 Millionen Hektar fast der halben Fläche der Vereinigten Staaten. Was heute im Handumdrehen vernichtet wird, hat unvorstellbar lange gebraucht, um zu entstehen. Manche der Wälder gibt es schon seit 100 Millionen Jahren.

 
Wichtigste Zerstörungsursachen

  • Brandrodung zur Schaffung landwirtschaftlicher Fläche und von Rinderweiden

  • Umwandlung von Wäldern in Ölpalm-, Bananen- oder Kaffeeplantagen

  • Ausbeutung von Bodenschätzen wie Eisenerz, Gold, Öl oder Gas

  • Der Bau von Großstaudämmen zur Energiegewinnung

  • Kommerzieller Holzeinschlag 

 
Wem Nützt die Regenwaldzerstörung?Kohlegewinnung im Regenwald

Vom „Raubmord“ am Regenwald profitieren die Reichen der Welt, Großgrundbesitzer und die Industrienationen. Die Armen dagegen sind die ersten Opfer. Es gibt Schätzungen, wonach 40% aller Landwirte der „Dritten Welt“ indirekt vom Regenwald abhängig sind, weil er ihnen das Wasser liefert.


     
 

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